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B2 aus dem Lockdown: unsere Plädoyers für eine andere Welt

Seit über einem Jahr stellt die Corona-Krise nicht nur unser Miteinander auf den Kopf, sondern auch unsere gewohnten Formen, laut und gemeinsam mit Transparenten durch die Straßen zu ziehen, unsere Meinungen und Anliegen kund zu tun, gehört und wahrgenommen zu werden. Lockdowns und beschlossene Maßnahmen zur Eindämmung des Virus bestimmen unsere Leben und unseren Alltag sowie: unsere gewohnten Formen des Protests, der Partizipation und des Engagements. Obwohl Corona scheinbar alles beherrscht, steht die Welt nicht still und auch andere, für uns ebenso dringliche Themen sollen und wollen Gehör finden, finden in der Welt, vor unserer eigenen Haustür statt oder erleben wir selbst und beschäftigen uns daher in großem Maße: Rassismus, Sexismus und die Klimakrise.
Dem aktuellem Umstand des Online-Formats geschuldet sind wir daher dem kreativen Aufruf unserer Dozenten gefolgt und haben am Ende des Semesters im Rahmen unseres Kurses zunächst unsere Plädoyers für eine bessere und andere Welt entworfen, unsere Visionen und Vorstellungen zusammengetragen und Möglichkeiten aufgezeigt, wie Problematiken um die drei uns am Herzen liegenden Themen überwunden werden könnten:
eine Aufgabe und Auseinandersetzung mit Themen, die in doppelter Form am Puls der Zeit ist: aktuell, Corona-konform, einhergehend mit den sich wandelnden Protestformen und mit einem kreativen digitalen Statement und Appell – #B2.fights.every.crisis – es ist Zeit für eine Veränderung – jetzt!

Warum sich gegen Sexismus einsetzen?

„Da es immer noch Aggressionen, Ungleichheiten und Komplexe bei jungen Mädchen und Frauen wegen Sexismus gibt!“, sagt Clémence. „Weil ich es ungerecht finde“, erläutert Ana Paula, „dass Frauen die gleiche Ausbildung, das gleiche Wissen und manchmal sogar mehr Erfahrung als Männer haben und in ihrem Job trotzdem weniger verdienen.“ „Weil die aktuelle Situation nicht als selbstverständlich anzusehen ist“, sagt Emma. Clara erklärt: „Da Sexismus uns überall in unserem Alltagsleben begegnet – sei es in der Werbung, auf Spielzeugen, in unserem Sprechen – und so präsent ist, dass man darauf fast gar nicht mehr achtet.“

Warum sich gegen Rassismus engagieren?

„Weil Rassismus und Xenophobie Formen der Intoleranz sind, die nicht hingenommen werden dürfen“, betont Flore. „Weil Rassismus jeden Tag und überall stattfindet“, findet Simon und fährt fort, „es ist die Verantwortung von jedem und jeder, dagegen zu kämpfen.“ „Weil die Gesellschaften der europäischen Staaten heute vielfältiger als vor 50 Jahren sind, aber die Akzeptanz von Personen mit ausländischen Wurzeln und ihren Verhaltensweisen immernoch Zeit braucht. Außerdem wird die Hoffnung, dass die jüngeren Generation, die in einer vielfältigeren Umgebung aufwächst, und offener und toleranter ist, durch beunruhigende rassistische Normen und Praktiken widerlegt, die sich heute scheinbar durchsetzen“, formuliert Piera.

Warum sich für den Klimaschutz einsetzen?

Jean und Léa formulieren: „Weil wir den Klimawandel als die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts betrachten. Wie uns die Corona-Pandemie zeigt, ist der Mensch nicht von der Natur ausgeschlossen: unser Handeln hat einen großen Einfluss auf unsere Umwelt. Wenn wir ihr schaden, schaden wir eigentlich uns selbst.“
„Weil die Regierenden Botschaften wie "Make our Planet Great Again" vor sich hertragen, globale Abkommen unterzeichnen, Großes versprechen, aber keine Taten folgen lassen! Und doch sind es Handlungen, die helfen, den Klimawandel zu verlangsamen!“, findet Matteo.
„Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich denke, dass es mich als jungen Menschen sehr beschäftigt“, erläutert Anaëlle und ergänzt, „ich engagiere mich sehr für die Umwelt. Ich nehme zum Beispiel an Demonstrationen teil und ich bin auch Vegetarierin aus ökologischen Überzeugungen. Das Klimathema liegt mir sehr am Herzen.“
„Mein ökologisches Engagement gegen die globale Erwärmung ist von zwei Dingen getragen: Werte der Gleichheit zwischen den Menschen, weil die globale Erwärmung die armen Länder nicht in gleicher Weise treffen wird wie die entwickelten Länder. Und: Solidarität mit den nächsten Generationen, die geschützt werden müssen“, sagt Salomé.
„Weil unser Planet unsere Zukunft ist. Die heutigen Generationen tragen die Fehler der früheren Generationen und die zukünftigen Generationen werden die unsere tragen, wenn wir nicht handeln“, erklärt Justine.
„Weil ich in einer Zeit, in der ein Kontinent aus Plastik in unseren Ozeanen existiert, in der jeden Sommer Hektar von Wäldern brennen, in der Landwirte mit nie dagewesenen Dürren konfrontiert sind, ich Angst vor unserer Welt habe“, erläutert Léopold und fügt hinzu, „aber besonders schäme ich mich für uns und die Gleichgültigkeit und Passivität, mit der wir all diese Ereignisse beobachten!“

Rassismus – Sexismus – Klimaschutz: Was müssen wir verändern?

„Die herrschenden Spannungen zwischen Polizei und der Bevölkerung gewaltfrei lösen“, sagt Oscar. Elise fordert: „Vorurteile gegenüber Asylbewerbern und Flüchtlingen abbauen und eine einfachere Integration möglich machen.“
„Wir müssen unsere Mentalitäten ändern, jetzt die Prinzipien der Gleichheit vermitteln, denn das ist eine der einzigen Möglichkeiten, unsere Sicht auf die Dinge radikal zu ändern“, sagt Lisa.
„Um die Vielfalt und Diversität unserer Gesellschaft anzuerkennen, bin ich der Meinung, dass die hierfür nötigen Mentalitäten entwickelt werden müssen und es bei der Bildung anfängt“, findet Jeanne. „Indem wir aufhören bestimmte Produkte und Waren zu kaufen uns unser (Konsum-)Verhalten überdenken, zeigen wir unsere Ablehnung und prangern damit an, was in anderen Ländern geschieht“, erklärt Yéléna und ergänzt, „und zeigen, dass wir das, was sich vor unseren Augen abspielt, nicht akzeptieren und hinnehmen.“
Mathilde sagt: „Wir müssen Ungleichheiten auf allen Ebenen beenden.“
„Sensibilisierung bei beiden Geschlechtern!“, fordert Clémence.
„Frauen müssen einen gerechteren Zugang zum Arbeitsmarkt haben und in allen Bereichen genauso viel verdienen wie Männer“, betont Antoine.
„Frauen sollten sich trauen, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen”, fordert Marion und fügt hinzu, „sich trauen zu kämpfen, nicht mehr jammern und in der politischen Korrektheit gefangen sein.” „Wir müssen unseren Lebensstil und unsere Produktionsmethoden ändern”, sagt Eve. Léa und Jean appellieren: „Wir hätten nicht so lange warten sollen, um diese Probleme ernst zu nehmen. Wir müssen unsere Konsumgewohnheiten ändern und nicht den gleichen Weg wie bisher weiter gehen.“ „Wir brauchen eine echte Veränderung unseres Lebensstils“, findet Jacques und führt fort, „wir dürfen die Art und Weise, wir es gewohnt waren, zu leben, nicht fortsetzen. Sondern wir müssen unsere Beziehung zur Welt ändern, um uns auf die Welt der Zukunft zuzubewegen.“
„Wir müssen gegen die Verschmutzung der Meere vorgehen, indem Unternehmen stärker reguliert werden. Wir müssen die die Meere säubern und damit aufhören, vom Plastik abhängig zu sein, was die Ozeane am meisten verschmutzt“, appelliert Benjamin. „Die Ziele, die wir uns setzen müssen, sind ehrgeizig, die die Ergebnisse der Wissenschaft, aber auch die politische, wirtschaftliche und soziale Situation von den Ländern berücksichtigen müssen“, erläutert Emilien und ergänzt, „Widerstandsfähigkeit und Solidarität sind dabei wichtige Prinzipien, die mit der Menschlichkeit verknüpft werden sollten.“
Unsere Anliegen, Wünsche und Visionen bezüglich der uns dringlichen und ebenfalls sehr aktuellen Problematiken haben wir nicht nur schriftlich formuliert, sondern auch in einem von uns selbst gestalteten passenden Plakat entworfen. Um in dem Kontext eine Interaktion zwischen uns zu ermöglichen, haben wir, auch weil wir unsere Plakate nicht analog an der Uni zeigen konnten, ein gemeinsames Online-Voting durchgeführt, bei dem wir zum einen die Plakate unserer Mit-Studierenden collagenartig präsentiert bekamen, und dabei zum anderen für die drei besten Plakate pro Kurs abgestimmt haben. Mit all diesen würden wir natürlich am liebsten selbst durch die Straßen ziehen, aufgrund der aktuellen Gegebenheiten seid ihr nun aufgefordert: share – spread – like and support!

#B2.fights.every.crisis – online oder offline!
Rosalie B., Anaëlle dV., Jacques D., Jacques dEdL., Emma G., Flore J., Marion L., Léa L., Antoine L., Elise L., Oscar LP., Clémence N., Benjamin M., Justine M., Jeanne M., Lisa P., Jean P., Matteo P., Salomé R., Léopold R., Ana Paula RCSdR., Piera RdT., Clara R., Yéléna R., Mathilde R., Simon S., Eve T., Emilien V., Frau Kiessl und Herr Galic